Gedanken

Nachfolgend finden Sie einige Texte, Informationen und Gebete. Klicken Sie einfach auf die jeweilige Überschrift, um den Beitrag zu öffnen. Bei nochmaligem Klicken schließt sich die Ansicht wieder.

    katholisch.de: Bruder Günther rüstet Krankenhaus in Uganda für Corona
    https://www.katholisch.de/artikel/25670-ruhe-vor-dem-sturm-bruder-guenther-ruestet-sein-krankenhaus-fuer-corona

    Vatican News: Papst Franziskus zum Weltumwelttag
    https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2020-06/franziskus-weltumwelttag-brief-duque-laudato-si.html

    katholisch.de: Rückwärtsgewandt aber freundlich - so sehen junge Erwachsene die Kirche
    https://www.katholisch.de/artikel/25769-rueckwaertsgewandt-aber-freundlich-so-sehen-junge-erwachsene-die-kirche

    katholisch.de: UNESCO-Weltkulturerbe - Kirchen und Klöster in Deutschland
    https://www.katholisch.de/artikel/9809-unesco-weltkulturerbe-deutschland-kirche-kloster

    katholisch.de: Bätzing verteidigt Gottesdienstverbot in Corona-Pandemie
    https://www.katholisch.de/artikel/25712-bischof-baetzing-verteidigt-gottesdienstverbot-in-corona-pandemie

    Kirche + Leben: Bätzing zu gleichgeschlechtlichen Paaren, wiederverheirateten Geschiedenen und Gleichberechtigung von Frauen
    https://www.kirche-und-leben.de/artikel/bischof-baetzing-fuer-segnung-gleichgeschlechtlicher-paare

    katholisch.de: Kirche nach Corona
    https://www.katholisch.de/artikel/25704-klick-und-weg-die-kirche-nach-der-corona-krise

    Thema "Gegen Rassismus":
    https://www.katholisch.de/artikel/25752-bischof-ueber-tod-george-floyds-feuer-fuer-veraenderung-entzuendet
    https://www.katholisch.de/artikel/25722-nach-kniefall-fuer-george-floyd-bischof-erhaelt-anruf-vom-papst

    https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2020-06/papst-franziskus-fall-floyd-minneapolis-gomez-usccb-telefoniert.html
    https://www.kirche-und-leben.de/artikel/interview-mit-pater-egide-muziazia

    Vatican News: Hilferuf der Obdachlosenhilfe Duisburg-Marxloh
    https://www.vaticannews.va/de/kirche/news/2020-06/deutschland-schwere-vorwuerfe-obdachlosen-tod-duisburg-domradio.html

    Kirche + Leben: Abruptes Einsatz-Ende für Münsteranerin in Uganda
    https://www.kirche-und-leben.de/artikel/abruptes-einsatz-ende-fuer-muensteranerin-in-uganda/

    Kirche + Leben: TV-Star Willi Weitzel engagiert sich für die Sternsinger
    https://www.kirche-und-leben.de/artikel/tv-star-willi-weitzel-engagiert-sich-fuer-die-sternsinger/

    katholisch.de: Suppenküche während Corona - Wollen Arme nicht zusätzlich bestrafen
    https://www.katholisch.de/artikel/25479-suppenkueche-waehrend-corona-wollen-arme-nicht-zusaetzlich-bestrafen

    katholisch.de: "Robin Hood des Vatikan" - Kardinal Krajewski setzt Zeichen in Pandemie
    https://www.katholisch.de/artikel/25506-robin-hood-des-vatikan-kardinal-krajewski-setzt-zeichen-in-pandemie

    Tagesschau: Kommentar von Tilman Kleinjung, BR - Kardinal Müller und Corona - Weltweite Allianz der Unvernunft
    http://www.tagesschau.de/kommentar/kommentar-kardinal-mueller-101.html

    katholisch.de: Bischof Bätzing - Einschränkungen "vernünftig und verantwortungsvoll"
    https://www.katholisch.de/artikel/25449-deutsche-bischoefe-auf-distanz-zu-corona-aufruf-von-vigano-und-mueller

    Kirche + Leben: Abtei Gerleve beherbergt corona-infizierte Westfleisch-Mitarbeiter
    https://www.kirche-und-leben.de/artikel/abtei-gerleve-beherbegt-corona-infizierte-westfleisch-mitarbeiter/

    Kirche + Leben: Papst betet mit anderen Religionen um Ende der Pandemie
    https://www.kirche-und-leben.de/artikel/papst-betet-mit-anderen-religionen-um-ende-der-pandemie/

    katholisch.de: Fernsehgottesdienste verzeichnen steigende Zuschauerzahlen
    https://www.katholisch.de/artikel/25013-fernsehgottesdienste-verzeichnen-steigende-zuschauerzahlen

    Kirche + Leben: Internet-Übertragung der täglichen Papstmessen endet
    https://www.kirche-und-leben.de/artikel/internet-uebertragung-der-papstmessen-endet/

    Kirche + Leben: Neue Ausgabe des Magazins "leben!" für 11 Millionen Haushalte im Bistum
    https://www.kirche-und-leben.de/artikel/neues-magazin-leben-fuer-11-millionen-haushalte-im-bistum/

    katholisch.de: Gibt es noch den typischen Katholiken?
    https://www.katholisch.de/artikel/24981-gibt-es-noch-den-typischen-katholiken

    katholisch.de: Johannes Paul II. - Ein Jahrhundertpontifikat mit schwierigem Erbe
    https://www.katholisch.de/artikel/25522-johannes-paul-ii-ein-jahrhundertpontifikat-mit-schwierigem-erbe

    Domradio: Kardinal Marx würdigt Papst Johannes Paul II.
    https://www.domradio.de/themen/bistuemer/2020-05-15/inspiration-fuer-die-zukunft-der-kirche-kardinal-marx-wuerdigt-papst-johannes-paul-ii

    Vatican News: Buch zum 100. Geburtstag von Johannes Paul II.
    https://www.vaticannews.va/de/papst/news/2020-05/franziskus-vorwort-buch-johannes-paul-ii-leid-100-geburtstag-lev.html

    katholisch.de: Deutsche Bischöfe erinnern an Johannes Paul II.
    https://www.katholisch.de/artikel/25352-zum-100-geburtstag-deutsche-bischoefe-erinnern-an-johannes-paul-ii

    Kirche + Leben: Corona - Hilfswerke befürchten 1 Milliarde Hungernde
    https://www.kirche-und-leben.de/artikel/corona-hilfswerke-befuerchten-1-milliarde-hungernde/

    katholisch.de: Thierse - Religion hat auch in Demokratien noch längst nicht ausgedienst
    https://www.katholisch.de/artikel/25444-thierse-religion-hat-auch-in-demokratien-noch-laengst-nicht-ausgedient

    Kirche + Leben: Beliebte Kinderzeitschrift - Der "Spatz" fliegt nicht mehr
    https://www.kirche-und-leben.de/artikel/beliebte-kinderzeitschrift-der-spatz-fliegt-nicht-mehr/

    Die Zeit / Christ und Welt: Brief an Peter Hintze
    https://www.zeit.de/2020/20/peter-hintze-cdu-politiker-brief

    Die Zeit / Christ und Welt: Nachruft Norbert Blüm
    https://www.zeit.de/2020/19/norbert-bluem-humor-streit-menschenrecht-nachruf


    Unsere Empfehlung: Bistumszeitung "Kirche + Leben", Münster
    https://www.kirche-und-leben.de/abo-service/

    https://www.katholischinoelde.de/aktuelles/impuls-fuer-den-alltag

    Impuls zum 5. Sonntag der Osterzeit von Pater Walter Happel SJ

    „Jesus sagt: Ich bin der Weg, die Wahrheit und das Leben.“ Joh. 14, 6

    Ein seltsames Wort, das Jesus zu Thomas – man nennt ihn oft den ungläubigen Thomas – sagt: „Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben.“ Aber Thomas ist gar nicht ungläubig, er meint nur nicht den Weg nicht zu kennen. Er ist also eher der orientierungslose Thomas oder der suchende Thomas, der Thomas, der den ersten Schritt nicht wagt, weil er nicht weiß, ob er dem Weg trauen kann. Führt der Weg in die richtige Richtung? Dabei hat Thomas den ersten Schritt ja schon getan, er gesteht nämlich ehrlich seine Unwissenheit. Darin steckt, so will mir scheinen, ein gehöriges Stück Demut.

    Leben wir denn nicht in einer Welt in der es cool ist so zu tun als wüsste man wo es langgeht, für andere langzugehen hat? Scheinbar Wissende schauen mitleidig auf den herab, der es immer noch nicht kapiert hat, wo es langzugehen hat, wie man sich selbst, die Zukunft, unsere Welt retten kann. Schließlich gibt es doch die Wissenschaft und der muss man gehorsamst folgen! Ist das alles oder doch nicht?

    In die Welt solcher Gewissheiten passt Thomas nicht hinein. Er gehört nicht zu den herablassend Wissenden, er gehört zu den Fragenden, die noch nicht gefunden haben. Und denen gilt auch Jesu Antwort, die nicht mit Gewissheiten überschüttet, das Ziel werbewirksam anpreisend, mit Argumenten zu überzeugen suchend, sondern einladend, sich auf ihn als den Weg einzulassen. Welch ein Anspruch!

    Das würde bedeuten, sich auf eine Beziehung einzulassen und nicht auf eine fixierte, definierte Wahrheit. Beziehung aber bedeutet nicht Gewissheit, sondern Bewegung, Prozess, ständiges Unterwegssein, unruhig sein und bleiben. So bleibt man unter den Fragenden ein Fragender, mit den Suchenden ein Suchender, den Ungläubigen wird man ein Ungläubiger und macht sich auf diese Weise mit ihnen auf dem Weg.

    Freilich bleibt man dann auch unter den Hoffenden ein Hoffender, der nach der Wahrheit sucht und weiter fragt, weil er im Fragen schon stillschweigend eingesteht, schon tastend um das Geheimnis einer Antwort zu wissen, die sich nicht finden lässt, wie ein verlorenes Portemonnaie, wie ein Besitz, auf den man Anspruch hat. Weg, Wahrheit und Leben erschließen sich nicht dem Wissenden, sondern sie offenbaren sich dem, der sucht und fragt. „Sucht und ihr werdet finden.“ (Mt. 7,7)

    24. April 2020

    Der langjährige Bundesarbeitsminister und engagierte Christ Norbert Blüm starb im Alter von 84 Jahren, wie sein Sohn der Deutschen Presse-Agentur am Freitag mitteilte. Der Deutschlandfunk würdigte ihn als „das soziale Gewissen der CDU“. Fundament seiner Wertehaltung war der christliche Glaube.

    Blüm war während der 16-jährigen Regierungszeit von Bundeskanzler Helmut Kohl (1982-1998) Minister im Bundeskabinett. In der schwarz-gelben Koalition galt er als „soziales Gewissen“. Seine nachhaltigste Leistung war die Einführung der Pflegeversicherung 1995. Legendär wurde seine 1986 ausgesprochene Überzeugung „Die Rente ist sicher“.

    Ein wichtiger Eckpunkt war für Norbert Blüm der christliche Wert der Familie. Seit 1964 war er mit Marita Blüm verheiratet, die er während des Studiums kennengelernt hatte und mit der er drei Kinder bekam.

    Neben der Familie war für den überzeugten Katholiken der christliche Glaube ein wichtiger Lebensbegleiter, an dem er sich sowohl bei der politischen Arbeit sowie im Privatleben orientierte und der ihn in Freude und Leid durchs Leben trug, so auch nach einem Schicksalsschlag im letzten Jahr seines Lebens. Nach einer Blutvergiftung war er seit 2019 an Armen und Beinen gelähmt und saß im Rollstuhl.

    Die Lähmung machte er erst vor einigen Wochen publik, als er seiner Frau einen Beitrag in der Wochenzeitung „Die Zeit“ diktierte. Darin beschrieb er wie „das Unheil“ der Erkrankung „wie ein Dieb in der Nacht“ in seine Leben einbrach. Doch auch durch diesen Schicksalsschlag büßte Norbert Blüm seinen Lebensmut nicht ein. Mit der christlichen Überzeugung, dass Leid und Tod nicht das letzte Wort haben, nahm er diese Situation an, was er in der Zeit mit folgenden Worten zum Ausdruck brachte:

    „Im Horizont des Rollstuhls fällt der Rückblick anders aus als in der herkömmlichen Panoramasicht. Was war wichtig, was bedeutungslos? Der Standpunkt wechselt mit dem Standort.“

    Dabei wurde ihm klar:

    „Die Krankheit zerstört unsere Allmachtsfantasien und dämpft unsere versteckten Überheblichkeiten. Alle Prestige-Vehikel, Orden und Ehrenzeichen verlieren ihre Bedeutung.“

    Jammern galt für Norbert Blüm auch in dieser Situation nicht, vielmehr erkannte er voller Dankbarkeit, wie seine Familie für ihn da war. Blüm habe den Wunsch geäußert, wie sein Vater zu sterben, dessen letzter Satz folgender gewesen sei: „Es war alles sehr schön.“

    Auf den ihn tragenden und Orientierung gebenden Glauben verwies Norbert Blüm bei passender Gelegenheit in Interviews immer wieder einmal. So etwa im August 2018:

    „Ich will in keiner Gesellschaft leben, in der jeder nur an sich denkt.“

    Wo der Sinn für Gerechtigkeit herkommt, dazu hat der engagierte Katholik Norbert Blüm immer eine sehr klare Meinung. In einem früheren Interview aus dem Jahr 2007 sagte er einmal:

    „Die Sehnsucht nach Gerechtigkeit ist dem Menschen angeboren.“

    Dies begründete er, wie folgt, weiter:

    „Der Glaube, dass alle Menschen Kinder Gottes sind, ist das stärkste Fundament der Menschenwürde, auf deren Achtung die Gerechtigkeit basiert. Die Menschenwürde ist nicht vom Staat verliehen, sondern von Gott gegeben. Deshalb kann auch kein Staat und keine politische Macht dem Menschen seine Würde nehmen.“

    Um klarer im Leben zu sehen und solidarischer miteinander zu leben, empfiehlt Norbert Blüm den vertieften Blick in die Bibel. Dazu sagte er in einem Interview im Jahr 2012:

    „Die Bibel ist in der publicity-geilen Gesellschaft ein trostreiches Buch, weil es verkündet, dass niemand nichts wert ist und jeder Mann und jede Frau von Gott gewusst wird. Warum lesen wir so wenig in der Bibel? Dabei sitzen wir in der Bibel immer in der ersten Reihe des Lebens.“

    Zu seinem Gottesbild, verbunden mit einer vernunftbegründeten Haltung beim Beten, sagte Norbert Blüm einmal:

    „Erbitte Gottes Segen für deine Arbeit, aber erwarte nicht, dass er sie auch noch tut.“

    Quellen: promisglauben.de, deutschlandfunk.de, stadtgottes.de

    "Ich bin so eine Art rheinischer Katholik: Hier unten so leben, dass man oben noch reinkommt", sagt der CDU-Politiker Wolfgang Bosbach. Im Interview spricht er über seinen Glauben, den Tod und mitunter harte Debatten im Bundestag. 

    DOMRADIO.DE: Wie läuft das? Geht man nach den Debatten noch zusammen in die Kneipe oder will man den Kollegen lieber nicht ins Gesicht gucken?

    Wolfgang Bosbach (CDU-Politiker und Rechtsanwalt): Ich bin nie derjenige gewesen, der nach Feierabend in Kneipen gegangen ist und am Tresen herumhing. Aber eine gute persönliche Beziehung über Parteigrenzen hinweg, schließt harte politische Debatten nicht aus. Man sollte bei allen Debatten, die man führt, aber oberhalb der Gürtellinie bleiben und mitteleuropäische Umgangsformen wahren. Das heißt: Hart in der Sache, aber im persönlichen Umgang bitte immer angenehm.

    DOMRADIO.DE: Da gibt es wahrscheinlich auch Leute, die das anders sehen, oder?

    Bosbach: Ja, es gibt sogar ein Hilfsmittel für den Parlamentspräsidenten: Da kann er nachschauen welche Wörter, Sätze, Begriffe ausgesprochen worden sind - eine Trennlinie ist zum Beispiel der sachliche Vorwurf von einem persönlichen Vorwurf. Es ist schon in der parlamentarischen Debatte für Sanktionen ein Unterschied, ob jemand sagt: "Das ist doch gelogen" oder ob jemand dazwischen ruft: "Sie sind ein Lügner". Ich persönlich würde beides nicht benutzen, weil es eine Debatte unnötig verschärft.

    DOMRADIO.DE: Wie sind Sie denn damit umgegangen, wenn es Ihnen persönlich entgegenschlug?

    Bosbach: Am besten ist immer noch ignorieren. Wenn man darauf eingeht, wird es nicht besser. Allerdings haben wir auch Spezialisten und Spezialistinnen im Bundestag wie zum Beispiel Renate Künast, die permanent dazwischen quatschen. Ich verstehe das nicht, weil ich tatsächlich zu denjenigen gehört habe, die gerne Kolleginnen und Kollegen zugehört haben - auch wenn sie von der anderen Feldpostnummer kamen. 

    DOMRADIO.DE: Da gehört bestimmt auch so ein bisschen Selbstdarstellung dazu, oder? So nach dem Motto: Jetzt haue ich mal so richtig auf den Tisch.

    Bosbach: Es hat auch niemand etwas gegen einen wirklich humorvollen Zwischenruf, vor allem, wenn auch mal lustig pariert wird. Es gibt grandiose Zwiegespräche zwischen Gregor Gysi und Norbert Lammert. So etwas heitert ja auch eine parlamentarische Debatte auf. Aber wenn in einer Rede von zehn Minuten 20 bis 30 Zwischenrufe kommen, ist es nicht mehr lustig.

    DOMRADIO.DE: Seit September 2017 sitzt die AfD im Bundestag. Was ist Ihre Beobachtung - hat sich das Klima verändert?

    Bosbach: Zunächst muss man feststellen, dass das Klima nicht rauer geworden ist. Im Gegenteil, früher waren die Debatten schärfer als heute. Da gab es Herbert Wehner und Franz Josef Strauß, Helmut Schmidt konnte auch austeilen, da soll kein falscher Eindruck entstehen. Aber durch den Einzug der AfD hat sich das Klima tatsächlich nicht entspannt, sondern eher weiter angespannt. Was allerdings auch daran liegt, dass die AfD auch davon profitiert, wenn in gleicher Härte zurückgeschlagen wird - beispielsweise wenn Martin Schulz oder Johannes Kahrs die AfD frontal angehen. Die glauben vielleicht, sie seien die Helden. Aber das ist ja genau das, worauf die AfD wartet.

    DOMRADIO.DE: Das heißt, was wären bessere Umgangsformen?

    Bosbach: So ein Motto "Suaviter in modo, fortiter in re" - hart in der Sache, moderat in der Art.

    DOMRADIO.DE: Juckt es Sie eigentlich in den Fingern, wenn Sie die Debatten verfolgen?

    Bosbach (lacht): Ja, tatsächlich! Die politisch-inhaltliche Debatte gerade mit der AfD - die hätte ich schon gerne geführt im Bundestag. Zum Beispiel in Fragen wie: Was ist eigentlich der Unterschied zwischen konservativ und reaktionär, der Unterschied zwischen Nationalismus und einem gesunden Patriotismus? Diese Debatte hätte ich gerne geführt.

    DOMRADIO.DE: Herr Bosbach, lassen Sie uns kurz persönlich werden: Es ist bekannt, dass Sie sich aus der Politik zurückgezogen haben, weil sie an Prostatakrebs leiden. Wie geht es Ihnen persönlich?

    Bosbach: So lala. Ich nehme das nicht auf die leichte Schulter. Das heißt, ich nehme präzise meine Medikamente, ich lasse keinen Arzttermin sausen, ich bin an dieser Stelle kein Bruder Leichtfuß. Ansonsten lebe ich mein Leben weiter. Und ich bin wirklich froh, sagen zu können, dass ich erstens nicht mehr der Tagesordnung des Deutschen Bundestages unterworfen bin, den 22 Sitzungswochen in Berlin. Das ist gut. Und zweitens: Solange ich tun kann, was ich tun möchte, ist alles in Ordnung. Es gibt viele, denen geht es wesentlich schlechter als mir.

    DOMRADIO.DE: Spielt denn auch der Glaube eine Rolle - Sie sind ja katholisch?

    Bosbach: Ja und wie. Ich bin eine Art rheinischer Katholik: Hier unten so leben, dass man oben noch reinkommt. Es sind ambivalente Gefühle. Wenn man so eine Diagnose bekommt - "nach persönlicher Erfahrung, nach menschlichem Ermessen, ist mit Heilung nicht mehr zu rechnen; es geht jetzt nur noch um Lebensqualität und Lebensverlängerung" - dann hadert man mit dem lieben Gott. Das ist so. Dann fragt man sich: Womit hast du das verdient? Ich hatte ja schon mit der Herzerkrankung mein Päckchen zu tragen. Man sucht auch Trost und Kraft in Gott und im Glauben. Das ist das Zwiespältige. Es ist im Grunde beides zur gleichen Zeit.

    DOMRADIO.DE: Machen Sie sich denn Gedanken darüber, was Sie da oben erwartet?

    Bosbach: Ich bin gespannt, aber auch gleichzeitig entspannt. Ich gehöre zu denen, für die die christliche Botschaft eine wirklich frohe Botschaft ist - keine traurige, deprimierende. Ich glaube, dass der Tod nicht das letzte Wort hat.

    Das Gespräch führte Renardo Schlegelmilch. 

    Quelle: domradio.de

    Viele Male haben wir versucht, unsere Konflikte mit unseren Kräften und Waffen zu lösen; so viele Momente der Feindseligkeit und der Dunkelheit; so viel vergossenes Blut; so viele zerbrochene Leben; so viele begrabene Hoffnungen. Doch unsere Anstrengungen waren vergeblich.

    Nun, Herr, hilf uns! Lehre Du uns den Frieden! Öffne unsere Augen und unsere Herzen, und gib uns den Mut zu sagen: „Nie wieder Krieg!“ Flöße uns den Mut ein, Taten zu vollbringen, um den Frieden aufzubauen. Herr, Du Gott der Liebe, der Du uns erschaffen hast und uns rufst, als Brüder zu leben, schenke uns die Kraft, jeden Tag Baumeister des Friedens zu sein; schenke uns die Fähigkeit, alle Mitmenschen, denen wir auf unserem Weg begegnen, mit wohlwollenden Augen zu sehen. Mach uns bereit, auf den Notschrei unserer Bürger zu hören, die uns bitten, unsere Waffen in Werkzeuge des Friedens zu verwandeln, unsere Ängste in Vertrauen und unsere Spannungen in Vergebung. Halte in uns die Flamme der Hoffnung am Brennen, damit wir mit geduldiger Ausdauer Entscheidungen für den Dialog und die Versöhnung treffen, damit endlich der Friede siege. Und mögen die Worte Spaltung, Hass, Krieg aus dem Herzen jedes Menschen verbannt werden!

    Herr, entwaffne Zunge und Hände, erneuere Herzen und Geist, damit das Wort, das uns einander begegnen lässt, immer „Bruder“ laute und unser Leben seinen Ausdruck finde in „Shalom, Frieden, Salam“! Amen.

    Papst Franziskus

    Vor 75 Jahren, am 8. Mai 1945, endete der Zweite Weltkrieg. 40 Jahre später nannte Bundespräsident Richard von Weizsäcker diesen Tag einen „Tag der Befreiung. Er hat uns alle befreit von dem menschenverachtenden System der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.

    Der Völkermord an den Juden, Gewalt, Brutalität – es gibt keine Worte, um das Leiden zu beschreiben. Krieg und Nazi-Diktatur forderten 60 Millionen Menschenleben. Am Ende war Deutschland geschlagen, aber verloren hatten alle.

    Seit 75 Jahren leben wir in Deutschland in Frieden. Doch diese Vergangenheit vergeht nicht! Denn wir können vom Holocaust und Zweiten Weltkrieg nicht reden, als wären sie nur Teile der Geschichtsbücher. „Denn wir erschrecken noch immer vor dem Ausmaß des Bösen, leiden mit, fühlen mit, trauern – wegen eines einzelnen Kinderschicksals oder wegen Millionen unschuldiger Opfer. Unser Gefühl, unser Verstand und Gewissen sagen uns: Vergesst nicht! Niemals! Gedenkt derer, die nicht leben durften!“ (Bundespräsident Joachim Gauck, Yad Vashem, Israel, 2012)

    Von Weizsäcker beendete 1985 seine Rede im Parlament mit den Worten: „Hitler hat stets damit gearbeitet, Vor-urteile, Feindschaften und Hass zu schüren. Die Bitte an die jungen Menschen lautet: Lassen Sie sich nicht hineintreiben in Feindschaft und Hass gegen andere Menschen, gegen Russen oder Amerikaner, gegen Juden oder gegen Türken,  gegen Alternative oder gegen Konservative, gegen Schwarz oder gegen Weiß. Lernen Sie, miteinander zu leben, nicht gegeneinander. Lassen Sie auch uns als demokratisch gewählte Politiker dies immer wieder beherzigen. Ehren wir die Freiheit. Arbeiten wir für den Frieden. Halten wir uns an das Recht. Dienen wir der Gerechtigkeit. Schauen wir am 8. Mai, so gut wir es können, der Wahrheit ins Auge.“ Denn die Welt ist auch heute noch voller Krieg und Leid.


    Wort der deutschen Bischöfe zum Ende des Zweiten Weltkriegs vor 75 Jahren:
    https://dbk.de/nc/presse/aktuelles/meldung/wort-der-deutschen-bischoefe-zum-ende-des-zweiten-weltkriegs-vor-75-jahren-veroeffentlicht/detail/

    „Tiefe Finsternis hat sich auf unsere Plätze, Straßen und Städte gelegt. Sie hat sich unseres Lebens bemächtigt und alles mit einer ohrenbetäubenden Stille und einer trostlosen Leere erfüllt, die alles im Vorbeigehen lähmt“, sagte Papst Franziskus am Freitagabend angesichts der Corona-Pandemie vor dem ungewohnt menschenleeren Petersplatz in Rom. „Uns wurde klar, dass wir alle im selben Boot sitzen, alle schwach und orientierungslos sind, aber zugleich wichtig und notwendig, denn alle sind wir dazu aufgerufen, gemeinsam zu rudern.“

    Franziskus lud ein, für sich zu entscheiden, „was wirklich zählt“. Es sei „die Zeit, den Kurs des Lebens wieder neu auf dich, Herr, und auf die Mitmenschen auszurichten“, so der Papst. Viele hätten sich von materiellen Dingen und Eigensucht leiten lassen. „Wir haben uns von Kriegen und Unge-rechtigkeit nicht aufrütteln lassen, wir haben nicht auf den Schrei der Armen und unseres schwer kranken Planeten gehört“, so der Papst. „Wir haben unerschrocken weiter-gemacht in der Meinung, dass wir in einer kranken Welt immer gesund bleiben würden. Jetzt, auf dem stürmischen Meer, bitten wir dich: Wach auf, Herr!“, sagte Franziskus mit den Worten des Evangeliums (Mk 4, 35-41), das die Jünger in Seenot zeigt, wie sie den schlafenden Jesus wecken, damit er ihnen hilft.

    Franziskus rief auf, „neue Formen der Gastfreundschaft, Brüderlichkeit und Solidarität zuzulassen“. Er würdigte jene, die sich für eine Überwindung der Krise einsetzen. Ausdrücklich nannte er Ärzte und Pfleger, Supermarktangestellte, Reinigungspersonal, Betreuer, Transporteure, ehrenamtliche Helfer und Geistliche. Es seien viele, „die verstanden haben, dass niemand sich allein rettet".

    Neuerlich erflehte der Papst Gottes Trost und Beistand und erteilte den Segen „Urbi et Orbi“ (der Stadt und dem Erdkreis). „Von diesen Kolonnaden aus, die Rom und die Welt umarmen, komme der Segen Gottes wie eine tröstende Umarmung auf euch herab", rief er am Ende des Gebets. „Herr, segne die Welt, schenke Gesundheit den Körpern und den Herzen Trost.“

    Für die Weltgemeinschaft, die das Corona-Virus zu gemeinsamem Handeln herausfordert.
    Für alle, die miteinander beraten und folgenreiche Entscheidungen treffen
    und für alle, die für Solidarität und Verständnis werben.

    Für unsere Kinder und Jugendlichen, für die alten und kranken Menschen,
    für alle, die mit einem besonderen Risiko leben.
    Für alle in Quarantäne
    und für die vielen Familien, die ihr Leben neu regeln müssen,
    weil Schulen und Kitas geschlossen sind.

    Für alle Menschen, die Angst haben.
    Für die, die sie begleiten und beruhigen;
    und für alle, die füreinander Sorge tragen.

    Für Arbeitgeberinnen und Arbeitgeber,
    die sich in der aktuellen Krise hilflos fühlen;
    für alle, die nach schnellen Lösungen suchen, um die Arbeitsplätze zu sichern.
    Für alle Frauen und Männer, die um ihren Arbeitsplatz bangen.

    Für die vielen Menschen auf der Welt,
    die auch noch andere Sorgen und Lebensnöte haben.
    Für die Menschen an Europas Außengrenzen, für alle ohne Heimat und Sicherheit.

    Für alle Kinder, die Opfer von Krieg, Gewalt und Terror werden;
    für die, die allein und einsam sind.
    Für alle, mit denen niemand solidarisch ist.

    Für alle Menschen, die die politischen Entwicklungen in Deutschland mit Sorge wahrnehmen.
    Für Frauen und Männer und junge Leute, die mutig aufstehen gegen Rechts.
    Und für die Verantwortlichen, die Zeichen setzen zum Schutz der Demokratie.

    Gott, du schenkst Hoffnung und Vertrauen. Wir bitten dich, erhöre uns.

    Quelle: Bistum Trier

    Wenn wir uns das Bild von Gottes Gegenwart - Salz im Wasser – noch einmal in Erinnerung rufen, dann kommen wir ganz schnell auf die Frage: Wo ist Gott in der derzeitigen Weltkrise ausgelöst durch den Coronavirus? So oder warum lässt Gott das zu? Auf diese Fragen habe ich keine Antwort! Aber wir könnten ja eine andere Frage versuchen: Was will uns diese Krise sagen? Was sollen wir durch diese Krise lernen für unser Leben? Oder auch wie können wir in einer nie dagewesenen Weltkrise Gott finden, seine Anwesenheit in der Pandemie?

    So können wir in einer solchen Krise Gott finden: Wir können uns nur wundern: Gott ist anwesend! So viele Menschen zeigen das, in dem sein Geist, der Gott in uns, Menschen in unglaublichen Ideen und großartigen Phantasien antreibt, Gutes zu tun. Da ist die distanzierte Solidarität, da sorgen die Jungen für die Alten und Risikomenschen, da klatschen Menschen auf den Straße als Dank für die Helfer, da kommen Nachbarschaften auf die Balkons und musizieren, da wird Einsamkeit überwunden, in dem alle möglichen Kommunikationsmittel benutzt werden, um einander nahe zu sein, da sind Polizeibeamte, die treu ihren Dienst tun, da erscheinen plötzlich Herzen in den Fenstern als Zeichen der Liebe zu den Helferinnen und Helfern (Ärzten und Pflegepersonal, Verkäuferinnen und Verkäufer), da sind Lehrerinnen und Lehrer, die phantasievoll über die Medien Kinder begleiten und unterrichten, da feiern ganz anders als gewohnt, Christen Gottesdienst in den Familien zuhause, da läuten abends alle Glocken zur Aufforderung zum solidarischen Gebet, etc. Für mich ist der weitgehende Abbruch des Egoismus, die Solidarität, ein Zeichen, dass der Geist Gottes bewusst oder unbewusst in allen Menschen anwesend und lebendig ist. Warum kann sich Gott nicht auch in solchen Krisen zeigen. Immerhin gebraucht er uns Menschen, um seine Macht und Anwesenheit zu zeigen. Hier wird wahr, was wir am Kreuz in St. Ludgeri in Münster lesen können: „Ich habe keine anderen Hände als die Euren“!

    Gott können wir Dank sagen, dass er die Menschen noch nicht verlassen hat, obwohl es manchmal so scheint. Allen einen gesegneten Sonntag, eine gelungene Woche und ein wirksames persönliches Gotteserlebnis. Herzliche Grüße aus Rheine, Ihr und Euer Erich Elpers

    Oft wird der Kirche vorgeworfen, dass sie sehr reich sei. Eines Tages hat ein Pfarrer eine Gruppe durch seine üppig ausgestatte Kirche geführt. Die Leute meinten, dass das Gotteshaus reich ausgestattet sei. Da sagte der Pastor: „Wir haben noch einen viel größeren Reichtum“. Alle dachten an eine Schatzkammer oder reiche Krypta. Doch der Pastor sagte: „Der größte Schatz der Kirche sind all die müden, hoffnungslosen, gebeugten, fröhlichen und treuen Christen, die sich regelmäßig hier zum Gottesdienst oder zur Andacht versammeln.“ Leider können wir zur Zeit nicht zum Reichtum der Kirche im gemeinsamen Haus beitragen, aber gibt auch die tägliche Möglichkeit mit einem Gebet, das bei vielen in der Versenkung verschwunden ist doch früher als das Gebet für alle Christen empfunden wurden: Den Engel des Herrn, den ich als tägliches Gebet um der Gemeinschaft der Christen willen allen herzlich empfehlen möchte. Das Gebet geht so:

    Der Engel des Herrn brachte Maria die Frohe Botschaft und sie empfing vom Heiligen Geist.
    Gegrüßet seist Du Maria...
    Maria sprach: Siehe, ich bin die Magd des Herrn, mir geschehe nach deinem Wort.
    Gegrüßet seist Du Maria...
    Und das Wort ist Mensch geworden und hat unter uns gewohnt.
    Gegrüßet seist Du Maria....
    Bitte für uns heilige Gottesmutter, dass wir würdig werden der Verheißungen Christi.
    Lasst uns beten: Lebendiger Gott, gieße Deine Gnade in unsere Herzen ein. Durch die Botschaft des Engels haben wir die Menschwerdung Christi, deines Sohnes erkannt. Lass uns durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung gelangen. Drum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen

    Dieses Gebet 3x am Tag gesprochen verbindet die Christen untereinander und vertieft unseren Glauben. Lassen Sie uns gemeinsam auf diese einfache Weise einander und
    unserem gemeinsamen Glauben an die Erlösung durch Christus treu sein. Herzliche Grüße, Ihr und Euer Erich Elpers

    „Siehe, dein König kommt zu dir. Er ist sanftmütig und reitet auf einem Eselsfohlen!“ Mit diesem Bild beginnt die heilige Woche. Jesus von Nazareth reitet auf einem geliehenen Esel, dem einfachen Arbeitstier der kleinen Leute in Jerusalem ein, lässt sich von seinen Anhängern als Kyrios, als Herr, als Sohn Davids bejubeln – und provoziert so gnadenlos.

    Hier kommt kein römischer Kriegsherr in Rüstung und Waffengewalt auf einem stolzen Reittier. Solche Aufmärsche erlebten die Leute fast täglich. Jesus ist auch kein Anhänger der Zelotenbewegung, die den politischen Umsturz will: „Steck das Schwert in die Scheide!“, fordert er Petrus auf bei seiner Verhaftung am Gründonnerstag. Trotzdem mangelt es dieser Jubelprozession nicht an religionspolitischem Selbstbewusstsein und Würde und sie meinen eine ganz neue, andere Form der Macht: Sanftmut; Mut zur Eselsgeduld; Mut zur großen Vision der Gewaltlosigkeit, für die die Liebe stärker ist als der Hass.

    Die Verkündigung Jesu, dass die Sanftmütigen das Land erben werden (3. Seligpreisung der Bergpredigt), spricht die kleinen Leute an, also die, die zu jeder Zeit der Menschheitsgeschichte die eigentlichen Opfer von Gewalt und Unterdrückung waren und sein werden. Nur mit der sanften Kraft der Demut, dem Mut zum Dienen und zur konsequenten Gewaltlosigkeit, kann der ständig neu aufbrechende Kreislauf der Gewalt und der Wunden durch irrsinnige menschliche Aggressionen unterbrochen werden. Das ist die neue Ethik Jesu.

    Unser Leben ist und bleibt ein Geschenk Gottes, das uns nur anvertraut ist. Wir haben es selbst in die Hand zu nehmen und verantwortlich zu gestalten, immer mit Blick auf Gott und die Mitmenschen. Selbstgefälligkeit und Selbstzufriedenheit haben da keinen Platz. Wer aber diese sanfte und deutliche Enttarnung unserer Lebenssituation und unseres Lebensstiles durch Jesu Handeln nicht zulassen will oder kann, der muss ihn ablehnen (Passion). Wer die Provokation durch Jesus, die uns herausruft aus den Verkrustungen unseres eigenen Lebens, als Ballast empfindet, der kann ihn nur totschweigen.

    Falsche Sehnsüchte an Jesus geknüpft, führen zur Enttäuschung und enden in der Ablehnung. Doch die Sehnsucht, die Jesus in uns wecken und erfüllen möchte, bleibt für immer, die Sehnsucht nach einem lebendigen Leben, dass befreit ist von der Angst um sich selbst.

    Schmerz und Leid sind in unserer Gesellschaft wie ein unabwendbares Schicksal. Der christliche Glauben aber widerspricht: Der Mensch ist eben nicht in jedem Fall ohnmächtig dem ausgeliefert, was ihn trifft. Der erste Schritt zur Überwindung des Leides ist es, Worte zu finden - und einen Menschen der zuhören kann. Die Psalmen sind ein Zeugnis davon: wenn schon kein Mensch hört, dann wenigstens Gott. Trotzdem können wir uns dem Leid nur nähern, es nur umschreiben, vielleicht ein wenig mildern.

    Und auch beim gläubigen Menschen rüttelt es an seiner Gottesbeziehung: Warum gerade ich? Der Grund, auf dem das Leben aufgebaut war, kommt ins Wanken. Es ist unmöglich, sich dem Leiden in allem zu verweigern; sonst verweigert man sich dem Leben überhaupt. Den glatten Lebenslauf gibt es nicht. Schmerzen, Verluste, Abschiede, Wunden, Ängste gehören zum Leben dazu. Sie stellen unser Vertrauen, unseren Glauben, selbst unsere Beziehungen in Frage.

    Dennoch hören wir immer wieder skandalöse Antworten in der Frage nach dem Warum des Leidens. Zum Beispiel sei das Leid die Strafe Gottes für die Sünde des Menschen. Ganz geschickt entlastet hier meine Schuld am Unglück wenigstens Gott selbst. Oder man sagt, Jesus musste ja für uns leiden und zwar unvergleichlich größer als je ein Mensch sonst. Aber spüren wir da nicht gleich Verhöhnung so vieler Unschuldiger auf der Welt und zugleich die Behauptung, es gäbe ja doch einen rachsüchtigen Gott?

    Leid als Sühne und Strafe gedacht lähmen unseren Widerstand. Alle Leiden, die überwunden werden können, sind zu überwinden. Dann gibt es immer noch genug an Leid, das zu tragen oder zu ertragen ist und nicht abgeschafft werden kann, weil es zu unserem Menschsein gehört. Darin ist uns Jesus ganz gleich geworden.

    Aber auch diesem Leid kann man wirksam begegnen und zwar mit Zeichen der Liebe. Sie machen das Leiden nicht weg, aber sie gehen ihm um des Menschen willen ihm auch nicht aus dem Weg. Eine Mutter sagte: „Meine Tochter im Rollstuhl braucht kein Mitleid, sondern einen Menschen, der mit ihr lachen kann.“

    Jesu Leiden wäre vermeidbar gewesen. Doch das Kreuz Jesu und seine Auferstehung, sein Scheitern und sein Sieg machen die Vision eines anderen, eines besseren Lebens erst möglich. Das nur kann es bedeuten, wenn es heißt, er ist für uns gestorben.

    Es gibt seitdem kein Leid mehr, das fremdes Leid ist: Jeder Mensch, der einem anderen hilft, handelt wie Christus. Und wo immer Menschen leiden, steht Jesus Christus an ihrer Seite. So lange es Christen gibt, werden sie bei den Leidenden sein.

    Rainer Maria Schießler, Pfarrer von St. Maximilian in München
    https://de-de.facebook.com/rainer.maria.schiessler/

    Im Namen des Vaters
    und des Sohnes
    und des Heiligen Geistes.

    Amen.

    Ehre sei dem Vater
    und dem Sohn und dem Heiligen Geist,

    wie am Anfang, so auch jetzt und alle Zeit
    und in Ewigkeit.
    Amen.

    Vater unser im Himmel,
    geheiligt werde dein Name,
    dein Reich komme,
    dein Wille geschehe,
    wie im Himmel, so auf Erden.
    Unser tägliches Brot gib uns heute.

    Und vergib uns unsere Schuld,
    wie auch wir vergeben unseren Schuldigern.
    Und führe uns nicht in Versuchung,
    sondern erlöse uns von dem Bösen.
    Denn dein ist das Reich und die Kraft
    und die Herrlichkeit in Ewigkeit.
    Amen.

    Gegrüßet seist du, Maria,
    voll der Gnade, der Herr ist mit dir,
    du bist gebenedeit unter den Frauen,
    und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus.
    Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder
    jetzt und in der Stunde unseres Todes.

    Amen.

    Morgengebet
    Gütiger Gott,
    ein neuer Tag hat angefangen; du schenkst ihn mir.
    Ich freue mich und danke dir, dass ich ihn leben darf.
    Vor allem aber danke ich dir,
    dass du überall und immer bei mir bist.
    Zeige mir heute, was recht und was unrecht ist.
    Hilf mir, gut zu sein.
    Amen.

    Angelusgebet
    Der Engel des Herrn brachte Maria die Botschaft, und sie empfing vom Heiligen Geist.
    Gegrüßet seist du, Maria...
    Maria sprach: Siehe, ich bin die Magd des Herrn; mir geschehe nach deinem Wort.
    Gegrüßet seist du, Maria…
    Und das Wort ist Fleisch geworden und hat unter uns gewohnt.
    Gegrüßet seist du, Maria …
    Bitte für uns, heilige Gottesmutter, dass wir würdig werden der Verheißungen Christi.
    Lasset uns beten. Allmächtiger Gott, gieße deine Gnade in unsere Herzen ein.
    Durch die Botschaft des Engels haben wir die Menschwerdung Christi, deines Sohnes, erkannt.
    Führe uns durch sein Leiden und Kreuz zur Herrlichkeit der Auferstehung.
    Darum bitten wir durch Christus, unseren Herrn. Amen.

    Tischgebet
    O Gott, von dem wir alles haben,
    wir danken dir für diese Gaben.
    Du speisest uns, weil du uns liebst.
    O segne auch, was du uns gibst.
    Amen.

    Abendgebet
    Danke für alles, was heute schön war,
    was andere für mich getan haben,
    was ich erleben und erfahren durfte,
    für alle Menschen, die mir begegnet sind.
    Verzeih mir alles, was ich nicht recht gemacht habe,

    wenn ich andern geschadet habe,
    wenn andere vergebens von mir Hilfe erwartet haben.
    Ich bitte dich für meine Familie und alle, die mir nahestehen.

    Besonders bitte ich dich für alle, die unglücklich oder krank sind,
    die in Sorgen leben, für alle, die nie satt werden.
    Sei du mit den Einsamen und Sterbenden

    und zeige mir jeden Tag, wie ich helfen kann.
    Segne uns alle und schenke uns eine ruhige Nacht.
    Amen.

    Gott, du Freund des Lebens.
    Du bist allen nahe, die bedrängt sind und leiden.
    Wir denken heute besonders an die Kinder, Jugendlichen und Erwachsenen,
    die sexuellen Missbrauch erleiden mussten und müssen – auch in deiner Kirche.

    Wir klagen vor dir
    über die Gewalt, die Täter ihren Opfern an Leib und Seele antun,
    über zerstörtes Leben, das oft niemand wieder gut machen kann.
    Du unser Gott, höre unsere Klage.

    Wir bekennen vor dir
    das Wegschauen, Schweigen und Nichtstun derer, die die Taten geahnt haben und ahnen.
    Du unser Gott, höre unsere Klage.

    Wir wollen darauf achten, was viele nicht sehen wollen:
    sexuelle Übergriffe und den Missbrauch von Vertrauen und Macht.
    Du unser Gott, steh uns bei.

    Wir wollen hören
    auf die Geschichten der Opfer.
    Wir wollen Anteil nehmen
    an ihrem Schmerz und ihrer Einsamkeit.
    Du unser Gott, steh uns bei.

    Wir wollen sprechen
    von der Verantwortung, die jeder von uns trägt.
    Wir wollen sprechen über Hilfe und Auswege aus der Not.
    Du unser Gott, gib uns Kraft und Mut.

    Wir wollen schweigen,
    wo Erklärungen und Ratschläge nicht angebracht sind.
    Du unser Gott, gib uns Kraft und Mut.

    Wir wollen uns freuen
    über die Stärke und Kraft der Betroffenen,
    über die Solidarität derer, die sie begleiten,
    über alle Menschen, die mitarbeiten, um einen besseren Schutz zu verwirklichen.
    Du unser Gott, mach unsere Hoffnung stark.

    Wir wollen hoffen
    auf Aufbrüche und neues Leben schon in dieser Welt,
    auf die Umkehr der schuldig Gewordenen,
    auf deine Gerechtigkeit heute und am Ende der Zeiten,
    auf Heilung aller Wunden, die allein du schenken kannst.
    Du unser Gott, mach unsere Hoffnung stark.

    Lebendiger Gott, sende uns deinen Geist und sei mit uns auf diesem Weg,
    durch Jesus Christus, unseren Bruder und Herrn.
    Amen.

    https://dbk.de/themen/sexueller-missbrauch/

    In jener Zeit, als Jesus die vielen Menschen sah, die ihm folgten, stieg er auf einen Berg. Er setzte sich, und seine Jünger traten zu ihm. Dann begann er zu reden und lehrte sie. Er sagte:

    Selig, die arm sind vor Gott, denn ihnen gehört das Himmelreich.

    Selig die Trauernden, denn sie werden getröstet werden.

    Selig, die Sanftmütigen, die keine Gewalt anwenden, denn sie werden das Land erben.

    Selig, die hungern und dürsten nach Gerechtigkeit, denn sie werden satt werden.

    Selig die Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen finden.

    Selig, die ein reines Herz haben, denn sie werden Gott schauen.

    Selig, die Frieden stiften, denn sie werden Kinder Gottes genannt werden.

    Selig, die um der Gerechtigkeit willen verfolgt werden, denn ihnen gehört das Himmelreich.

    Selig seid ihr, wenn ihr meinetwegen beschimpft, verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet.

    Freut euch und jubelt: Euer Lohn im Himmel wird groß sein.

    (aus der Bergpredigt – Matthäus 5)

    Herr, wir danken dir für alles Schöne, das uns in deiner Schöpfung begegnet, für das Feuer der Mohnblüte, das beruhigende Blau einer Kornblume und die üppige Pracht der Dahlien. Wie verschwenderisch bist du, Gott, wenn du uns Freude schenken willst! Bewahre uns davor, dass wir alle Freude für uns allein haben wollen und anderen deine Ge-schenke vorenthalten. Lass uns sorgsam mit der Schöpfung umgehen, mit Wald und Ackerland, Feld und Blumengarten, mit Wasser und Bodenschätzen, mit Pflanzen und Tieren. Lass uns ehrfürchtig und sorgsam damit umgehen. Lass uns in deiner herrlichen Schöpfung dich neu erkennen. Amen.

    Gott, höre unser Gebet für unsere Freunde, die Tiere, besonders für alle Tiere, die gejagt werden oder sich verlaufen haben oder hungrig und verlassen sind und sich fürchten; für alle Tiere, die eingeschläfert werden müssen. Für sie alle erbitten wir deine Gnade und dein Erbarmen. Und für alle, die mit ihnen umgehen, erbitten wir ein mitfühlendes Herz, eine sanfte Hand und ein freundliches Wort. Mach uns selbst zu wahren Freunden der Tiere und lass uns so teilhaben am Glück der Barmherzigkeit. Amen.

    Albert Schweitzer

    Heiliger Vitus – Patron unserer Kirche und unserer Gemeinde

    Jeder kennt sie: Nikolaus, Franz von Assisi, Petrus und Paulus. Sie alle sind „Stars“ unter den Heiligen. Doch auch Vitus zählt zu den populärsten Heiligen Europas.

    Vitus wurde um 300 als Sohn des römischen Senators Hylas in Mazara del Valla auf Sizilien geboren. Der Legende nach gaben seine Eltern ihn zur Erziehung an Crescentia und Modestus, die ihn im christlichen Glauben unterrichteten. Sein Vater und der Richter Valerianus wollten Vitus mit allen Mitteln vom Glauben abbringen. Knechten, die Vitus schlugen, verdorrten die Arme, worauf Vitus betete und sie heilte. Hylas selbst erblindete, als er durch ein Schlüsselloch eines mit allen Reichtümern gefüllten Zimmers sieht. Nachdem Vitus für ihn betete, wurde er geheilt. So floh Vitus mit seinen Erziehern nach Lucanien, wo ihn ein Adler genährt und er allerlei Wunder gewirkt haben soll.

    Als der römische Kaiser Diokletian, der die letzte und brutalste Phase der Christenverfolgung befehligte, von dem 13-jährigen Jungen hörte, ließ er ihn nach Rom bringen. Vitus sollte seinen Sohn von Epilepsie heilen. Obwohl ihm dies gelang, sollte er seinen Glauben aufgeben.

    Als Vitus sich weigerte, sollte er gefoltert werden, doch ein Erdbeben brauch aus. Er wurde den Löwen vorgeworfen, damit diese ihn zerfetzten. Die Löwen aber taten ihm nichts. Schließlich starb Vitus, nachdem man ihn in einen Kessel siedenden Öls geworfen hatte.

    Heiliger Vitus, durch die Zeit hast du Menschen geholfen, die dir ihre Sorgen anvertrauten. Schütze unsere Heimat, unsere Familien und die Jugend. Zeige den Kindern den rechten Weg in die Zukunft. Gib uns Kraft, ihnen durch überzeugendes Vorbild den Glauben weiter-zugeben, für sie Zeit zu haben und sie zu verstehen. Amen.

    Vitus ist der Schutzheilige der Letter Kirche, wo ihn eine Statue aus dem 19. Jahrhundert zeigt. Als Attribut gilt der Löwe, der die Letter Gemeinde im Wappen der Pfarrei St. Johannes symbolisiert. Viele Orte haben Vitus als Patron auserkoren, vor allem in Bayern. Doch auch in Westfalen gehen Ortsnamen wie Wiedenbrück oder St. Vit auf „Veit“ zurück. Die bedeutendste Vitus-Kirche unserer Gegend ist in Corvey. Gedenktag ist der 15. Juni, der in Lette seit 1832 mit besonderer Kirchenmusik gefeiert wird. 1833 wurde erstmals ein wiederkehrender Jahrmarkt – die heutige Vitus-Kirmes – erwähnt.

    Vitus zählt zu den 14 Nothelfern und gilt als Patron der Jugend, Schauspieler, Bierbrauer, Winzer und Gastwirte sowie der Haustiere. Im Gebet wird er angerufen als Beschützer auf Reisen, bei Gefahren und Krankheiten, wie Veitstanz, Epilepsie, Tollwut, Bettnässen oder Schlangenbiss. Im Mittelalter galt der 15. Juni als Mittsommer-Beginn: „Hier mag die Sunn nit höher.“ „Nach St. Veit wendet sich die Zeit.“

    Bei Vorbildern ist es unwichtig, ob es sich dabei um einen großen toten Dichter, um Mahatma Gandhi oder um Onkel Fritz aus Braunschweig handelt, wenn es nur ein Mensch ist, der im gegebenen Augenblick ohne Wimpernzucken gesagt oder getan hat, wovor wir zögern. (Erich Kästner)

    Die wundersame Wandlung im Leben des Gottfried von Cappenberg

    Er war reich, sehr reich, besaß Burgen in Westfalen und Schwaben, war mit den Saliern und Staufern verwandt, den mächtigsten Herrscherhäusern seiner Zeit. Gottfried von Cappenberg gehörte als Graf des Dreingaus zu den angesehensten Herren des Landes. Sein Bruder Otto war Taufpate des legendären Kaisers Barbarossa. Durch die Hochzeit mit der Tochter des Grafen von Arnsberg sollte ein großer Machtblock geschmiedet werden. Doch es kam anders.

    Als Ritter zog Gottfried 1121 mit Herzog Lothar, dem späteren Kaiser, gegen Münster. Beim Sturm auf Münster wurde der Dom in Schutt und Asche gelegt, weshalb Kaiser Heinrich V. alle Ritter des Kriegszugs des Hochverrats beschuldigte. Aus Sorge vor der Reichsacht, die neben der Gefahr für Leib und Leben auch die Enteignung bedeutet hätte und nach einer Begegnung mit Norbert von Xanten in Köln, von dessen Predigten er fasziniert war, entschloss sich Gottfried zu einer radikalen Umkehr.

    Mit Waffengewalt versuchte der Graf von Arnsberg ihn von diesem Vorhaben abzuhalten. Doch Gottfried stiftete seinen Besitz den Prämonstratensern und wurde selbst Mönch. Anstatt in Schlachten zu ziehen, kümmerte er sich fortan um Arme und Kranke. Neben dem Kloster Schloss Cappenberg bei Selm gründete er die Klöster in Varlar und Ilbenstadt. Auch das 1133/34 gegründete Doppelkloster in Lette und Clarholz wurde von Cappenberg aus besiedelt.

    Gottfried von Cappenberg
    * 1097 in Cappenberg, † 1127 in Ilbenstadt, Gedenktag 13. Januar
    In Lette wurde das Gottfriedheim nach ihm benannt.

    Warum Norbert von Xanten sein Leben änderte

    Norbert führte ein der Welt durchaus zugewandtes Leben, brachte es zu hohen Ämtern am Hofe Kaiser Heinrichs V., bis ihn ein Blitzschlag vom Pferd riss. Danach änderte er sein Leben, wurde 1115 zum Priester geweiht und versuchte vergeblich eine Reform seines Heimat-stiftes in Xanten herbeizuführen. Fortan lebte er als asketischer Einsiedler und charismatischer Wanderprediger, der die Menschen in seinen Bann ziehen konnte. 1120 gründete er im französischen Prémontré den Orden der Prämonstratenser und zog als Prediger durch Frankreich, Belgien und Deutschland. 1126 ereignete sich die zweite große Wende im Leben des Norbert. Zum Erstaunen seiner Mitbrüder ließ er sich vom Papst zum Erzbischof von Magdeburg ernennen, wo er barfuß und in ärmlicher Kleidung einzog. Als unnachgiebiger Reformer überlebte er zwei Anschläge, führte als Vertrauter Kaiser Lothars III. aber wieder ein höfisches Leben, was Gottfried von Cappenberg bei einem Besuch veranlasste, sofort wieder abzureisen.

    Heiliger Norbert von Xanten
    * 1080 in Xanten, † 1134 in Magdeburg, Gedenktag 6. Juni
    In Lette wurden die ehemalige Norbertschule und die St.-Norbert-Straße nach ihm benannt.

    Der Orden der Prämonstratenser wurde im Jahr 1120 durch Norbert von Xanten in Prémontré gegründet. Die Prämonstratenser wurden stark von den Zisterziensern beeinflusst, trugen ebenfalls zur Entwicklung der Landwirtschaft bei und versahen pfarramtliche Seelsorge. Später setzte sich eher ein aristokratischer Zug durch. Die Handarbeit wurde allmählich weniger. Wichtig blieben aber die Lehrtätigkeit und das Schreiben von Büchern. Der Orden wuchs rasch. Mitte des 14. Jahrhunderts soll es 1.700 Klöster gegeben haben. Im Lauf der Zeit kam es zu unabhängigen Gemeinschaften, so dass der Orden zu Beginn des 19. Jahrhunderts bis auf die Häuser in Österreich-Ungarn fast verschwunden war. Heute hat der Orden 100 Niederlassungen und ist auf allen Kontinenten präsent.

    „Und wie der Klang im Ohr vergehet, der mächtig tönend ihr entschallt, so lehre sie, dass nichts bestehet, dass alles Irdische verhallt“, heißt es in Schillers Lied von der Glocke.

    Ob volles Festtagsgeläut oder Totenglocke – in frohen wie in traurigen Tagen begleiten die Kirchenglocken des Lebens wechselvolles Spiel. Es gab aber auch Zeiten, in denen kein Geläut zu hören war: während der großen Kriege. Denn sowohl 1917 als auch 1942 mussten die Letter ihre Glocken hergeben, da Metall für die Kriegsmaschinerie eingefordert wurde. Und so sahen die Schüler im Juli 1917 vom Klassenfenster aus, dass ein Pfeiler der Turmfenster entfernt worden war und nun zwei Glocken, die dort seit dem Neubau des Turmes 1858 hingen, über Bohlen durch das Fenster geschoben wurden, bis sie überkippten und zu Boden fielen. Ein Wehmut erzeugendes Bild. „Ihr leiwen Glocken, nou mött ji auk Soldot wären“, soll damals der Bauer Kaiser gesagt haben. Pfarrer Kersting schrieb: „Wegen Kupfermangel mussten die beiden großen Glocken abgeliefert werden. Mancher Mann war zu Tränen gerührt, als die alten Glocken nach Clarholz zur Bahn gefahren wurden.“

    1919 wurden neue Glocken bei Petit & Edelbrock, Gescher, gegossen und das Uhrwerk von Vortmann installiert. Das elektrische Geläut folgte 1938.

    1942 schrieb Pfarrer Kersting abermals: „Die Glocken sind jetzt auf Nimmerwiedersehen im Krieg. Sie hatten einen Klang, der das Volk erbaute und fröhlich stimmte. Ob wir je solche Glocken wiederbekommen?“

    Und schließlich: „1948 erhielten wir unsere neuen Glocken von Petit & Edelbrock, Töne: Es, Ge, Be. Gott möge verhindern, dass ein neuer Krieg unsere Glocken nimmt.“ Diese Glocken hängen bis heute.

    Vom „Inschlohn“, einer frühen Art des Läutens, war der Franziskanerpater Sophronius aus Wiedenbrück nicht sonderlich angetan. So schrieb er am 12. April 1920 an Kersting: „Als ich nach Möhler ging, läuteten Ihre drei Glocken. Ich war entzückt über den Feiertagsklang, der über die blühenden Frühlingsflure zog. Wäre auf ihnen wieder Hackebrett gespielt worden, wäre jegliche Poesie verflogen gewesen.“

    Inschriften der Glocken

    • Heilige Maria, Königin des Friedens, bewahre uns vor neuem Krieg!
    • Heiliger Vitus, Patron unserer Pfarrei und Kirche, bitte für uns!
    • Heiliger Joseph, Schutzpatron, eines guten Todes bitte für uns!

    Uhrwerk und Geläut

    Schlägt die Uhr einmal, ist es Viertel nach. Um Halb schlägt sie zweimal, um Viertel vor dreimal und zur vollen Stunde viermal sowie die Stundenzahl. Um 6, 12 und 18 Uhr erfolgt das Angelusläuten.

    Nur für heute werde ich mich bemühen, den Tag zu erleben, ohne all die Probleme meines Lebens auf einmal lösen zu wollen.

    Nur für heute werde ich mich um mein Auftreten sorgen. Ich werde niemanden kritisieren oder korrigieren, nur mich selbst.

    Nur für heute werde ich mich an die Umstände anpassen, ohne zu verlangen, dass sich die Umstände an mich an-passen.

    Nur für heute werde ich zehn Minuten einer guten Lektüre widmen. Wie die Nahrung für den Leib nötig ist, so ist es die Lektüre für die Seele.

    Nur für heute werde ich eine gute Tat vollbringen. Und ich werde es niemandem erzählen.

    Nur für heute werde ich etwas tun, wozu ich keine Lust habe. Sollte ich mich beleidigt fühlen, werde ich es nie-manden bemerken lassen.

    Nur für heute will ich ein Programm aufstellen. Vielleicht halte ich mich nicht daran, aber ich werde es aufsetzen. Und ich werde mich vor zwei Übeln hüten: vor der Hetze und vor der Unentschlossenheit.

    Nur für heute werde ich fest glauben – selbst, wenn die Umstände das Gegenteil zeigen sollten – dass die gütige Vorsehung Gottes sich um mich kümmert, als gäbe es sonst niemanden auf der Welt.

    Im Pfarrgarten sind die Kirschen reif. Da der Pfarrer die Lausejungen aus der Nachbarschaft und ihren Appetit genau kennt, stellt er ein Schild im Garten auf, auf dem steht: „Gott sieht alles!“ Doch am nächsten Tag fehlen trotzdem viele Kirschen, und auf das Schild hat jemand gekritzelt: „Aber er petzt nicht!“