Dorfporträt: Lette, unser Dorf im Grünen

Das satte Grün von Wald und Wiesen prägt das Ortsbild ebenso wie die Mühle und der Kirchturm von St. Vitus. Eingebettet in die Parklandschaft des Münster-landes lässt es sich in Lette ruhig wohnen. Doch wer sich auf das Dorfleben einlässt, wird feststellen, wie munter es ist.

Es gibt rührige Vereine, die mit findigen Ideen kreative Angebote schaffen und alte Traditionen, wie den Pfingstkranz und das Vitus-Fest, bewahren. Gute Beispiele für den Gemeinsinn sind das gemeinschaftlich errichtete Heimathaus und die Kochbücher der Landfrauen, deren Erlöse sozialen Zwecken zugutekommen. Es sind eben die Menschen, die einen Ort lebenswert machen. Menschen, die mitten im Leben stehen, die sich einbringen und an der Entwicklung des Dorfes mitwirken – die also das tun, was unsere Gesellschaft so dringend benötigt: mitmachen.

Bereits zwischen 500 und 600 n. Chr. soll es eine Erstbesiedlung im Bereich des Heidplatzes und der Letter Geist gegeben haben. In der älteren Herzebrocker Heberolle (1069 – 1088) tauchte „Letti“ erst-mals auf. Dem Namen werden die Bedeutungen Landwehr, Lehm-boden und Grenze zugeschrieben. Letztere trifft für Lette besonders zu, da die sächsische Eschflursiedlung zwischen den historischen Gebieten Sinithigau und Dreingau entstanden war. Vom Begriff der Grenze erschließt sich auch der Schlagbaum im Wappen. Seit jeher war Lette Grenzort des Bistums Münster.

Die eigentliche Geschichtsschreibung begann für Lette 1133, als Rudolf von Steinfurt den Besitz mit den Kapellen in Clarholz und Lette stiftete, damit dort ein Kloster der Prämonstratenser errichtet werden konnte. Doch der Letter Konvent, der zum Kloster Clarholz zählte, erreichte nie größere Bedeutung. Um 1570 bestand er schon nicht mehr. Die Letter Geschichte hingegen sollte eng mit der Clarholzer verwoben bleiben.

Die St.-Vitus-Kirche entstand im frühen 13. Jahrhundert und wurde 1251 erstmals als Pfarrkirche bezeichnet. Die beiden westlichen Joche sind noch heute erhalten und im Neubau integriert. Dieser entstand 1972 und ersetzte das Querhaus von 1921. Alt- und Neubau sind mit einem Gang verbunden, der an die klösterliche Vergangenheit erinnert. Der Turm wurde 1858 errichtet. Im Sockel des Altares werden wertvolle Kunstschätze aufbewahrt: ein Reliquiar und ein Tragaltar aus dem 12. Jahrhundert. Auf dem Kirchplatz sind heute die Turmuhr von 1919 und der Bibelgarten zu sehen.

Jodocus Temme wurde 1798 in Lette geboren. Nachdem der Jurist 1848/49 zur ersten demokratischen Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche zählte, wurde er aus dem Staatsdienst entlassen. Daraufhin wurde er zu einem der bedeutendsten Autoren der Kriminalnovelle seiner Zeit.

Nach der Auflösung des Klosters Clarholz 1803 zählte Lette ganz und gar zur Grafschaft Rheda, ab 1816 zum Kreis Wiedenbrück. Erst mit der Kommunalen Neugliederung im Jahr 1970 wurde Lette zum Stadtteil von Oelde im späteren Kreis Warendorf und zählt heute rund 2.300 Einwohner.

Zwar ist der Demografische Wandel auch in Lette spürbar und lässt die ländliche Infrastruktur Wünsche offen, doch sind die Wege kurz und Bauland, Grundschule, Kindergarten, Nahversorgung sowie Gastronomie vorhanden. Und wirtschaftlich ist Lette kerngesund: um die 1.000 Menschen gehen hier Tag für Tag ihrer Arbeit in Handwerk und Industrie, Handel, Dienstleistung und Landwirtschaft nach.

 

Kath. Kirchengemeinde St. Vitus Lette
www.vituslette.de